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Mistero

Ein Schriftsteller ist sehr erfreut, wenn ihm der „Neuauftritt“ eines seiner Bücher vorgeschlagen wird. So fühlte ich mich beflügelt, als Johannes Thiele, der Verleger ausgesucht schöner Bücher, noch dazu selbst Publizist und Schriftsteller, eines Tages mir seinen Plan eröffnete, meinen theologischen Roman, „Das Lachen der Wölfin“ (siehe dort), neu herausbringen zu wollen. Fast 15 Jahre waren seit dem ersten Erscheinen im Sommer 1993 vergangen. Eine überaus lange Zeit, noch länger, noch trennender, noch vergänglicher heutzutage. In der viel passiert ist. Während der die Menschen in ihrem Seelenhaushalt eine Jahrtausendwende zu bewältigen hatten. Jahre, in denen viel Neues das Alte verdrängte. Aber die Frage, ob mein theologisch-literarisches Mosaik über Rom am Ausgang des 20. Jahrhunderts nach Christus nicht überholt, ob es noch aktuell sei, stellte sich nicht. Rom wird auch deshalb die Ewige Stadt genannt, weil hier seit dem Imperium Romanum der Antike bis zum Weltreich der Kirche heute immer Antworten auf die ewigen Menschheitsfragen angeboten und ausprobiert wurden. Rom schien mir stets in seiner wahren Geschichte und mit seinen wirklichen Geschichten großartig genug.

Deshalb bin ich ohne Zögern auf den Vorschlag des Verlegers eingegangen, den Titel des Buches zu ändern. Nicht mehr das machtbewußte „Lachen der Wölfin“, nicht mehr das herausfordernde Gelächter des römischen Wappentiers steht für mich im Vordergrund, sondern das Geheimnis, das Mysterium dieses Wunders Rom; italienisch: Mistero. Die Welt nimmt teil, wenn die Höhepunkte dieses Mistero in Rom zelebriert werden. Der Leser wird durch den Roman tiefer eindringen in dieses römische Geheimnis.

Die erste Auflage dieses Romans erschien unter dem Titel, „Das Lachen der Wölfin“, 1993, als Taschenbuch dann im Jahre 1995, eine Neuausgabe 2008 unter dem Titel, „Mistero“.